Günther Uecker ist mit 95 Jahren am 10. Juni 2025 in Düsseldorf gestorben

Als Künstler und Poet der Nägel ist Günther Uecker in den großen Museen und den Zentralen der Welt mit seinen Werken vertreten. Sein Andachts-Raum im Deutschen Bundestag, seine große Arbeit Cream-Cheese in Düsseldorf, seine Installation Terror- Orchester, sein Brief an Peking, seine durch 44 Ländern um die Welt gereiste Ausstellung Verletzungen – Verbindungen und seine vierteiligen Glasfenster Lichtbogen, 2017-2024 im Dom zu Schwerin künden von der Kraft und der Demut des stets zugewandten und bescheidenden Ausnahme-Künstlers Günther Uecker.
In eine Bauernfamilie in Wendorf, bei Schwerin, Mecklenburg geboren, wächst Günther Uecker auf dem Land und später an der Ostsee auf. Auf der Halbinsel Wustrow erlebt er mit seiner Mutter und seinen beiden Schwestern das Ende des II. Weltkrieges.
Seit seiner Kindheit an der Ostsee in Mecklenburg prägen natürliche Gegebenheiten wie Landschaft, Sand, Ackerland, Wind, Regen oder die See, aber auch Krieg, Gewalt und Tod die Wahrnehmungen Günther Ueckers. Auch später auf seinen Reisen zeichnet er; lässt sich tief betreffen von dem was um ihn herum geschieht, nimmt auf was fundamental ist. Seine Fähigkeit “leer zu werden“ um das Umgebende in sich einfließen zu lassen, in sich aufzunehmen bildet den Stoff der allen Werken des Malers, Bildhauers und Performers, des Aktivisten und Poeten, des Bühnenbildners oder Filmemachers zu Grunde liegt: Die bildnerische Kraft, erschütternde gesellschaftliche Prozesse zu transformieren, um sie in unvorhersehbare und eindringlich-allgemeingültige Bildwerke zu überführen und als umfassende Bildzyklen aus lesbaren Zeichen, der Öffentlichkeit zu übergeben.
„Der Ort der Sehnsucht ist die Heimkehr.“ War die Beschreibung seiner Beziehung zur Welt.
Kornelia von Berswordt-Wallrabe 11.Juni 2025